Behandlung

Die Restabfallbehandlungsanlage (RABA) entstand im Ergebnis einer europaweiten Ausschreibung aus dem Jahr 1999. Die mechanisch-physikalische Behandlung war auf die Herstellung eines hochfesten und thermostabilen Pellets ausgerichtet, welches im Sekundärrohstoffverwertungszentrum "Schwarze Pumpe" rohstofflich verwertet wird.

Die Anlieferfahrzeuge werden vor Anlieferung aus der Waage des AWVC verwogen. Bei der Wägung wird die Gesamtmasse bestimmt und im Wiegeprogramm hinterlegt. Gleichzeitig wird der Rolltorsteuerung der Anlieferhalle angezeigt, dass eine Wägung erfolgte und dem Fahrer wird eine Chipkarte übergeben die zur Öffnung des Rolltores berechtigt. Die Abfallanlieferung erfolgt am Rolltor über die Kippkante des Annahmebunkers. Nach erfolgter Entleerung des Fahrzeuges wird das Leergewicht auf der Wage bestimmt und die Dokumente übergeben. Im Annahmebunker wird der Restabfall zwischengelagert oder bei Bedarf vergleichmäßigt. Durch den Radladerfahrer erfolgt die Eingangskontrolle. Sperrige Störstoffe werden entnommen.

Die mechanische Aufbereitung des Restabfalls vor der Trocknung ist gekennzeichnet durch Zerkleinerungs-, Sieb- und Sortierprozesse. Die Zerkleinerung erfolgt mehrstufig. Nach der Vorzerkleinerung in einer Rotorschere erfolgt eine Siebung in einer Siebtrommel. Durch die Siebung werden zwei Produkte erzeugt (0...60 mm; 60...240 mm) und es wird garantiert, dass zu grobes Material ( 240 mm) zurück zur Vorzerkleinerung transportiert wird. Das Produkt 60..240 mm wird im Ergebnis einer weiteren Zerkleinerung auf eine Korngröße < 70 mm reduziert. Alle Prozessziele der Aufbereitung werden maschinell erreicht. Im Zuge der mechanischen Aufbereitung des Restabfalls werden Eisen- und Nichteisenmetalle aussortiert, welche einer Verwertung als Sekundärrohstoffe zugeführt werden.

Die Trocknung des aufbereiteten Restabfalls, Korngröße kleiner 70 mm, erfolgt thermisch in Trockentrommeln. Zur Trocknung wird heiße Luft eingesetzt welche im Gleichstrom mit dem Restabfall die Trockentrommel passiert. Der getrocknete Restabfall wird aus dem Feststoff-Luft-Gemisch nach der Trockentrommel mehrstufig abgetrennt. Die feststofffreie Luft gelangt zu 80 % wieder im Kreislauf zum Brenner.

Nach der thermischen Trocknung erfolgt die Abtrennung von feinkörnigen Inertanteilen und grobkörnigen Schwerstoffen. Die dazu notwendigen Aufbereitungsprozesse sind durch Sieben und Sichten gekennzeichnet.

Der im Ergebnis der Windsichtung als Leichtgut verbleibende fluffige Hauptstrom wird zu Pellets gepresst. Die Pelletierung erfolgt in vertikal angeordneten rotierenden Ringmatrizen. Durch gegenläufige Koller in den Ringmatrizen wird das fluffige Material von innen nach außen durch die öffnungen der Matrize gepresst. Die Pellets werden anschließend gekühlt.

Die Übernahme der Pellets einschließlich Verwertung und Transport war gleichfalls Gegenstand der Ausschreibung und erfolgt innerhalb eines langjährigen Vertrages durch die Abfallverwertungsgesellschaft Sachsen GmbH. Seit der Stilllegung der Vergaser in der "Schwarzen Pumpe" werden die Pellets in Braunkohlekraftwerken energetisch verwertet.