Information des Abfallwirtschaftsverbandes Chemnitz/ Filterschwelbrand am 13./14.06.2017

Bild: Filter/RABA ChemnitzIn der Restabfallbehandlungsanlage Chemnitz, in der ca. 100.000 t/a Hausmüll in einem mechanisch-physikalischen Behandlungsprozess zu Ersatzbrennstoffen aufgearbeitet werden, kam es am 13./14.06.2017 zu einem Schwelbrand in einem Staubfilter.

Insbesondere alle Störstoffe wie Schwermetalle, Steine, Glas, Keramik und ein großer Teil des Wassers werden über unseren Verarbeitungsprozess entfernt.
Im so genannten Querstromzerspaner (QZ) werden Metalle, die vorher separiert werden, von Anhaftungen befreit, das Prinzip des QZ kann man sich wie eine große Kaffeemühle mit 1,6 m im Durchmesser vorstellen.

Am 13.06.2017 kam es gegen 18:15 Uhr aufgrund einer Reaktion im Querstromzerspaner (QZ) zu einer Explosion (der QZ ist darauf ausgelegt, solche Ereignisse infolge des Eintrages beispielsweise von Sprayflaschen o. ä. abzuhalten). Der QZ ist eine Ex-Anlage, welche mit einer Vielzahl von Sicherheitstechnik ausgerüstet ist, damit keine Schäden an der Restabfallbehandlungsanlage / Halle entstehen. Die Berstsensoren und die Druckentlastungsöffnungen in Form von Sollbruchstellen (so genannten Berstscheiben) haben angesprochen und damit sofort den Anlagenbetrieb gestoppt, einschließlich der Absauglüfter für diesen Bereich. Damit wurde die Anlage vor Zerstörung geschützt. Der QZ-Bereich ist für den Personenaufenthalt im Normalbetrieb gesperrt. Nur bei gesperrtem und leerem QZ darf dieser Bereich von Personen betreten werden. Die Mitarbeiter haben infolge dessen am 13.06.2017 alle technischen Anlagenteile kontrolliert, die planmäßig defekten Sollbruchstellen (Berstscheiben) durch neue ersetzt und Anfahrbereitschaft wieder hergestellt.
Der Querstromzerspaner ist mit den Staubfiltern verbunden.

Im Nachgang zu dem Explosionsereignis wurde bei der ständigen Kontrolle und Überwachung der lokale Anstieg der Kohlenmonoxid (CO)-Werte für den Filter (F710) bis ca. 20:10 Uhr festgestellt, in der Regel fallen die Werte nach einem Ereignis wieder. Anhand der gemessenen CO-Messwertwerte mussten die Mitarbeiter der RABA von einem entstehenden Brand (Glimmbrand) ausgehen (langsame CO-Erhöhung), die Feuerwehr wurde gerufen bevor die Systemgrenzwerte den automatischen Ruf zur Feuerwehr ausgelöst hätten. Durch die Mitarbeiter wurde zu diesem Zeitpunkt über die interne Löschwasserzuleitung / Trockensteigleitung Wasser von außen in den Filter F710 zum Löschen gegeben. Durch die Feuerwehr wurde der Filter F710 geöffnet und nochmals zusätzlich von innen gelöscht. Es gab somit keinen technischen Defekt in der Anlage, die Sicherheitseinrichtungen der RABA haben bestimmungsgemäß reagiert.

Die Feuerwehr hat CO und Propangas-Reste im Filter gemessen, die Ursache des Ereignisses im QZ war vermutlich ein Fehlwurf im Restabfall.

Nach Austausch der Filterschläuche wurde die Anlage am 15.06.2017 wieder regulär in den Betrieb genommen.

Im in der RABA angelieferten Restmüll sind regelmäßig noch gefüllte Sprayflaschen, Campinggaskartuschen, Bauschaumflaschen und auch Propangasflaschen enthalten.

An dieser Stelle bitten wir die Bürger/innen die bestehenden Anliefermöglichkeiten für diese Abfälle an den Wertstoffhöfen zu nutzen bzw. bei Propangasflaschen o. ä. die Rücknahmesystem der Hersteller.